Pflege für die Pfoten

Wie auch bei den Welpen, gehört die regelmässige Kontrolle der Pfoten und Pfötchen mit Ballen und Krallen unserer Vierbeiner dazu.
Ich denke mir immer, ihre Pfoten haben im Alltag so gar keinen Schutz, sind den täglichen Umwelteinflüssen ausgesetzt: ob Acker mit oder ohne Getreide, Asphalt – kalt oder warm bis heiss, feucht und matschig, Schnee und Streumittel, auf Feldwegen mit Steinen. Das Fell zwischen den Ballen bietet hier einen natürlich Schutz. Aber dennoch ist das Untersuchen zwischen den Zehen, das Abtasten und Fühlen, ob sich Dreck, Kletten, spitze Gegenstände oder gar offene Stellen dazwischen befinden, fürs Wohlbefinden wichtig.

Dabei steht bei den Pfoten neben der Fell- insbesondere auch die prophylaktische Krallenpflege -s.u.- im Mittelpunkt.

Trotz natürlichem Abtrieb durch regelmäßige Bewegung, sollten diese (ähnlich wie beim Pferd/dem Hufschmied) überprüft und sanft (aber Vorsicht und niemals wegen den Nerven zu kurz) gekürzt und rund gefeilt werden.
Dafür nutzen wir einen Petgrinder und kürzen „die Nägel“ für einen sicheren, gesunden und letztendlich auch orthopädisch korrekten Auftritt. Daneben sorgen gepflegte Krallen auch für geringere Verletzungsgefahr – für den Hund selbst aber auch für Halter und Familienangehörige eine angenehme Sache.

Pfote nach dem Schleifen und der Pflege

Jederzeit biete ich dies für unsere Nachzuchthunde bei Treffen und Wiedersehen immer wieder gerne an. Jahrzehntelange Erfahrung konnte ich damit aber auch bei der Gebisspflege sammeln – ein anderes, sehr sensibles Thema.
Ich würde mich freuen, wenn ich Euch für die meistbeanspruchtesten Körperstellen sensibilisieren konnte und biete mich fürs Zeigen und demonstrieren beim Umgang gerne an. Über Eure Rückmeldung freue ich mich jedenfalls schon jetzt.
Eure Anja

Rassehundezucht versus Hunde aus dem Tierschutz

Als Hobbyzüchterin möchte ich gerne festhalten, dass ich potentiellen Welpenbewerbern, die sich auch nach einer Kontaktaufnahme für ein Familienmitglied aus dem Tierheim entscheiden, niemals abraten werde. Dafür ist mein Herz für Tiere zu groß. Schließlich sollte jedem Geschöpf eine Möglichkeit auf ein schöneres Leben gegeben werden – die Welt gehört nicht alleine den Menschen, auch wenn sie das glauben. Und ich bin der Meinung, wenn die Not drückt, einem Tier schnell ein zuhause geben zu wollen, dann soll es so sein.
Es gibt immer wieder verständnisvolle Rassehunde-Liebhaber, die abwarten wollen und das gleicht (aus meiner Sicht) irgendwie…auch einer natürlichen Auslese.

Studium und Selbstreflexion

Nachzucht Mystical Milva bei der Sucharbeit in Frankreich

Es gab einen Trigger, also einen Auslöser des Nachdenkens für mich. Nachdem ich mein Fernstudium der Tierpsychologie für Haustiere 2024 absolviert hatte, wurde ich in einem Post in den sozialen Medien angegriffen. Ich schrieb unter einen Werbeeitrag des Instituts, ich sei Hobbyzüchterin und habe mir durch das Studium (neben den praktischen) nun zusätzlich viel theoretisches Hintergrund-Wissen aneignen können.
Man sagte mir nach, als Züchter sorge ich dafür, dass die Tierheime voll seien und noch voller werden sowie, dass diese Person dadurch noch mehr Kosten hätte...
Soviel Unwissen und Pauschalität kann ich bis heute nicht nachvollziehen – so bin ich doch selbst frei von solcher Engstirnigkeit als auch Einseitigkeiten.

Ein Beitrag regt zum Nachdenken an
Als ich mir nun Zeit genommen habe diesen Blog zu schreiben, bin ich auf den Link des Tierheims in Chemnitz gestoßen. Ein sehr passender Beitrag, der mit meinen Gedanken, meinen Erfahrungen und meiner Perspektive weit über den eigenen Tellerrand hinaus wie ich finde sehr treffend darstellt, was seit Jahren passiert. Interessant finde ich, dass ein Tierheim mit also völlig anderen Herausforderungen und eine kleine Liebhaberzucht von Hovawarthunden dieselbe Ansicht vertreten > Lest hier gerne mehr.

Die eine und die andere Seite der Medaille
Würde ich gefragt werden, was ich von der Entscheidung zu einem Tierschutzhund oder einem liebevoll aufgezogenen und bis dahin optimalerweise ideal sozialisierten Welpen halte, werden Sie meine Ansicht hören.

Der Vorteil einer kontrollierten Zucht liegt in der frühen Begegnung und Kennenlernen von großen und kleinen Kindern, anderen Tieren, sehr viel liebevollem Menschenkontakt, verschiedenen Geräuschquellen, Ausflügen mit dem Auto, von Straßenlärm. All das sorgt ganz bestimmt für einen sehr guten Start, sofern er im neuen zuhause auch fortgesetzt wird.

Im besten Falle ein Hundeleben lang

Ericson vom Wildweibchenstein „Rico“

Als jahrzehntelange Rassehundezüchterin habe ich mir immer viel Zeit genommen für jeden einzelnen unserer Bewerber der Welpen. Auch für die, die vielleicht keinen mehr wollten, die sich nur informierten usw. Ich finde Gedanken und Gespräche auch zum Thema Tierschutz transparent darzustellen, gehören zu einem vertrauensvollen Umgang und allgemeinen Kennenlernen dazu. Sorgfältige Vorgespräche sind einfach sehr wichtig, um Menschen vielleicht mehr als notwendig zu sensibilisieren, was ein Hovawart bedeutet.
Passt das alles, tut die Abgabe der liebgewonnen Geschöpfe übrigens viel weniger weh als wenn eine Rest Unsicherheit besteht. Seit 1997 hatten wir -vielleicht auch wegen meiner Sorgfältigkeit- sowie der kontrollierten Rassehundezucht dahinter, bisher nur 2 Hunde, die neu platziert werden mussten.

Möglicherweise versteht man nun gut, dass durch uns die Tierheime ganz sicher nicht voll sind…
Ein herzliches Dankeschön geht damit an alle unsere verantwortungsvollen Welpenmenschen!

Züchterportrait

Hervorgehoben

Unsere Zuchtziele sind

Freundliche, temperamentvolle, dem Rassestandard möglichst nahe Rassevertreter zu züchten. Dass uns Gesundheit wichtig ist, erwähne ich nicht extra – dies hat immer Priorität.
Allerlei notwendige züchterische Voruntersuchungen sind obligatorisch und bilden die Ebene einer kontrollierten, sorgfältigen Rassehundezucht wie wir sie seit 1997 betreiben.
Die bekannten Rasseeigenschaften des Hovawarts -wachsam, Arbeitswille und familienbezogen- sollten erhalten bleiben. Optisch sind uns gut proportionierte, pigmentierte, langhaarige und offene, freundliche und möglichst langlebige Rassehunde wichtig.

Verantwortungsvolle Zuchtpraktiken

Darunter verstehen wir frühzeitige Sozialisierung der Welpen mit diversen Umweltreizen sowie optischen und akustischen Eindrücken. Selbstverständlich sind bei uns Staubsaugen, später auch Rasenmähen, schon zu Beginn an Radiogeräusche, ab 6 Wochen Autofahren verbunden mit Ausflügen an den nahen Fluss Main oder unseren Badesee usw. Auch sind wir ein Programmpunkt des örtlichen Kindergartens: sofern es die Eltern erlauben, dürfen uns und die Welpen im Alter von etwa 4-5 Wochen mit den Aufsichtspersonen gerne besuchen kommen. So gibt es für die Kinder ein highlight der anderen Art als auch profitieren die Welpen der eingestimmten, kindlichen Besucher.
Uns sind körpernahe Kuschelrunden und Stunden, meist in der Früh oder am Abend Teil des Aufwachsen und werden persönlich von uns in ihr Bett gebracht 🙂

Während dieser Zeit gibt es tierärztliche Gesundheitskontrollen als auch 3malige obligatorische Besuche unserer autorisierten, geschulten Zuchtwarte. Ein wunderbar eingestimmtes Team, das bei uns immer herzlich willkommen ist.
Ab einem Alter von 8 Wochen ist in der Regel der geeignete Abgabezeitpunkt, denn jeder einzelne Welpe im Wurf hat durch seine bis dahin geistige und körperliche Reife den Anspruch, einzeln gefördert zu werden. Dies geschieht als erstes in seiner neuen Umgebung, wo er sich zunächst 1-2 Wochen an seine Familie, später den Nachbarn und Freunden eingewöhnen darf. Danach wäre dann der nächste Schritt einer erfahrenen Welpenschule, die man sich vorher am besten „trocken“, also ohne Hund, anschauen sollte.
Gemeinsames, (zeitlich) kontrolliertes Spiel, verbunden mit Aufgaben in der Gerätearbeit sowie Kommandos, stehen hier im Kurs. Um dies beiderseits gut ausführen zu können, ist die Bindung an die neue Person(en)(zuhause unumgänglich.

Züchterische Expertise

Wir stehen mit Beratung und Unterstützung ein Hundeleben lang als Ansprechpartner zur Verfügung. Schliesslich züchten wir mit viel Herz für Liebhaber (und die, die es werden wollen) dieser fantastischen Hunderasse und sind nicht auf Masse bedacht.
Viele praktische Erfahrung ist durch die jahrelange Hobbyzucht als auch fortlaufende Fortbildungen und Seminare vorhanden. Schon immer an der Psychologie interessiert, wollte ich 2024 mehr über die  wissen und setzte ein Studium der Tierpsychologie obendrauf.
So bin ich in der Anschaffungsberatung als auch verhaltensbiologischen Beratung von Haustieren, wie Hund, Katze, Nager und Pferde geschult.
Auf alle Fragen haben wir nicht immer sofort Antworten. Wir bemühen uns allerdings diese zu finden. Daher sind uns auch frühzeitige Gespräche mit den Interessenten für beide Seiten sehr wichtig. Gerne nehmen wir Voranmeldungen für Welpen an.

Auf ein wunderbares neues Hundejahr voller Abenteuer in 2026,
Eure Hovawarte vom Wildweibchenstein im idyllischen Maintal